Beim Kraulschwimmen reicht es nicht, den Armzug eines einzelnen Arms zu betrachten. Ein sauberer Catch, eine effektive Zugphase und eine lockere Rückholphase sind wichtig. Ob daraus ein ruhiger und effizienter Kraulstil entsteht, entscheidet aber auch das zeitliche Zusammenspiel beider Arme.

Genau hier beginnt der Armzyklus.

Während ein Arm unter Wasser Vortrieb erzeugt, befindet sich der andere Arm bereits an einer anderen Stelle seiner Bewegung. Gleichzeitig rotiert der Körper um seine Längsachse, die Atmung wird in den Ablauf integriert und der nächste Armzug vorbereitet.

Der Armzyklus beschreibt deshalb nicht einfach zwei Armzüge hintereinander. Er beschreibt, wie beide Arme miteinander gekoppelt sind.

Den Bewegungsablauf eines einzelnen Arms erklären wir ausführlich in unserem Beitrag „Der Kraul Armzug: Technik, Catch, Zugphase und Druckphase erklärt“.

Was ist ein Armzyklus beim Kraulschwimmen?

Ein vollständiger Armzyklus umfasst die Bewegung beider Arme.

Der rechte und der linke Arm durchlaufen grundsätzlich dieselben Phasen:

1. Eintauchen und Ausrichten 2. Wasserfassen beziehungsweise Catch 3. Zugphase 4. Druckphase 5. Rückholphase

Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass beide Arme diese Phasen zeitlich versetzt durchlaufen.

Armzyklus beim Kraulschwimmen mit den gleichzeitig unterschiedlichen Phasen des rechten und linken Arms

Befindet sich beispielsweise der rechte Arm in der Zugphase, kann sich der linke Arm bereits in der Rückholphase befinden. Während der linke Arm nach vorne kommt, beendet der rechte Arm seine Druckphase.

Die Bewegung läuft dadurch kontinuierlich weiter.

Ein Armzug endet nicht einfach und der nächste beginnt

In einer technisch guten Kraulbewegung entstehen keine voneinander isolierten Einzelbewegungen.

Stattdessen greifen die Bewegungen ineinander:

rechter Arm zieht → linker Arm kommt nach vorne → rechter Arm beendet die Druckphase → linker Arm bereitet den Catch vor

Wie groß die zeitliche Lücke beziehungsweise Überlappung zwischen diesen Vorgängen ist, bestimmt die Armkoordination.

Die Front Quadrant Technik

Für unsere Technikbetrachtung teilen wir die Bewegung um den Schwimmer in vier Quadranten ein.

Entscheidend sind dabei die beiden vorderen Quadranten 1 und 2.

Bei der Front Quadrant Technik befindet sich idealerweise immer mindestens ein Arm beziehungsweise eine Hand im vorderen Bereich des Körpers.

Front Quadrant Technik beim Kraulschwimmen mit den vier Quadranten und einem Arm in den vorderen Quadranten 1 oder 2

Was bedeutet „vorderer Quadrant“?

Die beiden vorderen Quadranten liegen vor dem Kopf beziehungsweise der Schulterlinie:

Quadrant 1: vorderer Bereich oberhalb beziehungsweise nahe der Wasseroberfläche Quadrant 2: vorderer Bereich unter Wasser

Die hinteren Quadranten 3 und 4 liegen entsprechend hinter dieser gedachten Linie.

Bei der Front Quadrant Technik findet der entscheidende Wechsel der Arme im vorderen Bereich, also in Quadrant 1 und 2, statt.

Das bedeutet nicht, dass beide Hände vorne zusammengeführt werden müssen.

Und es bedeutet auch nicht, dass die klassische Abschlagübung das Ziel der normalen Kraultechnik wäre.

Ein Arm bleibt vorne

Während ein Arm seine Druckphase beendet und anschließend über Wasser nach vorne zurückgeführt wird, bleibt der andere Arm noch im vorderen Bereich.

Er beginnt seinen Catch erst passend zum Armwechsel.

Dadurch wird vermieden, dass beide Arme gleichzeitig weit hinter dem Kopf beziehungsweise hinter der Schulterlinie stehen.

Was bringt die Front Quadrant Technik?

Sie kann insbesondere drei Dinge unterstützen:

Stabilere Wasserlage:
Der nach vorne orientierte Arm verlängert die Körperposition und kann dabei helfen, den Körper ruhiger auszurichten.

Gleichmäßigerer Rhythmus:
Der nächste Zug wird nicht hektisch eingeleitet, sondern zeitlich mit dem zweiten Arm abgestimmt.

Kontrollierter Armwechsel:
Die beiden Armbewegungen werden über den vorderen Bereich miteinander verbunden.

Front Quadrant ist nicht dasselbe wie Abschlagkraulen

Dieser Unterschied ist wichtig.

Bei der bekannten Übung Abschlagkraulen wartet der vordere Arm häufig so lange, bis die andere Hand ihn nahezu erreicht.

Dadurch entsteht eine deutliche Pause.

Das kann im Techniktraining sinnvoll sein, ist aber nicht automatisch das Ziel für normales Kraulschwimmen.

Bei der Front Quadrant Technik muss keine ausgeprägte Pause entstehen.

Der vordere Arm kann bereits mit dem Wasserfassen beginnen, während der andere Arm in den vorderen Bereich zurückkehrt.

Das Timing ist fließend.

Front Quadrant bedeutet deshalb nicht: möglichst lange vorne warten.

Es bedeutet: Der Wechsel der Arme findet kontrolliert im vorderen Bereich des Zyklus statt.

Catch up, Opposition und Superposition

Die Koordination beider Arme lässt sich noch genauer beschreiben.

Dafür werden häufig drei grundlegende Muster unterschieden:

1. Catch up 2. Opposition 3. Superposition

Armkoordination beim Kraulschwimmen mit Catch up, Opposition und Superposition der beiden Vortriebsphasen

Catch up

Bei einer Catch up geprägten Koordination besteht eine zeitliche Lücke zwischen den Vortriebsphasen beider Arme.

Der erste Arm beendet seine Vortriebsphase, bevor der andere Arm mit seiner eigenen Vortriebsphase beginnt.

Je größer diese Pause wird, desto stärker schwankt der Vortrieb innerhalb eines Zyklus.

Eine leicht negative beziehungsweise Catch up orientierte Koordination ist deshalb nicht automatisch ein Fehler. Sie findet sich auch bei erfahrenen Schwimmern, insbesondere abhängig von Geschwindigkeit und Distanz.

Problematisch wird es eher, wenn der vordere Arm unnötig lange wartet.

Opposition

Bei der Opposition schließen die Vortriebsphasen nahezu direkt aneinander an.

Wenn der eine Arm seine vortriebswirksame Phase beendet, beginnt der andere.

Damit entsteht ein sehr kontinuierlicher Wechsel.

Superposition

Bei der Superposition überlappen sich die Vortriebsphasen beider Arme teilweise.

Für einen kurzen Moment erzeugen beide Arme gleichzeitig vortriebswirksame Kräfte.

Dieses Muster findet man eher bei höheren Schwimmgeschwindigkeiten und höheren Zugfrequenzen.

Der Index of Coordination

In der Schwimmwissenschaft kann dieses Timing über den Index of Coordination, kurz IdC, beschrieben werden.

Vereinfacht gilt:

IdCKoordinationsform
negativCatch Up, zeitliche Lücke
ungefähr 0Opposition
positivSuperposition, zeitliche Überlappung

Das zeigt einen wichtigen Punkt:

Es gibt nicht die eine Armkoordination, die bei jeder Geschwindigkeit und für jeden Schwimmer optimal ist.

Mit zunehmender Geschwindigkeit verändert sich häufig auch das Timing.

Ein ruhiger Langstreckenschwimmer benötigt nicht zwingend dieselbe Koordination wie ein Sprinter.

Die Rolle der Körperrotation im Armzyklus

Die Arme arbeiten nicht unabhängig vom restlichen Körper.

Beim Kraulen rotiert der Körper kontrolliert um seine Längsachse.

Diese Rotation verbindet den rechten und linken Arm miteinander.

Die Arme arbeiten nicht unabhängig vom restlichen Körper.Beim Kraulen rotiert der Körper kontrolliert um seine Längsachse.Diese Rotation verbindet den rechten und linken Arm miteinander.

Eine funktionelle Rotation unterstützt:

* die Rückholphase * die Schulterbewegung * das Wasserfassen * die Reichweite * den Wechsel zwischen beiden Armen * die Kraftübertragung über den Rumpf

Der Armzyklus ist deshalb immer auch ein Rotationszyklus.

Wenn die eine Körperseite nach vorne orientiert ist, befindet sich die andere bereits in der Gegenbewegung.

Zu viel Rotation kann die Armkoordination verschlechtern

Mehr Rotation ist nicht automatisch besser.

Eine übermäßige Rotation kann dazu führen, dass der Schwimmer seitlich ausweicht und der zurückkehrende Arm zu weit nach innen geführt wird.

Dann kann die Hand beim Eintauchen die Körperlängsachse überschreiten.

Das bekannte Cross Over entsteht also nicht nur durch eine falsche Armführung. Es kann auch Folge eines schlecht kontrollierten Rotationsmusters sein.

Die Konsequenzen können sein:

* seitliche Ausgleichsbewegungen * größere Widerstandsfläche * unruhige Wasserlage * schlechtere Ausgangsposition für den nächsten Catch * gestörter Armrhythmus

Das Ziel lautet deshalb:

kontrolliert rotieren, nicht möglichst weit rotieren.

Auch zu wenig Rotation ist problematisch

Das andere Extrem funktioniert ebenfalls nicht gut.

Bleibt der Oberkörper nahezu vollständig flach im Wasser, muss die Schulter einen größeren Teil der Rückholbewegung isoliert übernehmen.

Gleichzeitig kann die Reichweite nach vorne eingeschränkt werden.

Rotation und Armbewegung sollten deshalb als Einheit betrachtet werden.

Nicht:

Arm ziehen und zusätzlich rotieren

sondern:

Armzug, Armwechsel und Rotation bilden gemeinsam eine Bewegung.

Wie die Atmung den Armzyklus verändert

Die Atmung ist einer der häufigsten Momente, an denen ein ansonsten sauberer Armzyklus auseinanderfällt.

Beim Einatmen verändert sich die Rotation. Gleichzeitig muss die Position des vorderen Arms stabil bleiben und der gegenüberliegende Arm weiterarbeiten.

Zusammenhang zwischen Atmung, Körperrotation und Armzyklus beim Kraulschwimmen

Der Kopf folgt der Rotation

Für eine ruhige Atmung sollte der Kopf nicht unabhängig vom Körper nach oben gehoben werden.

Er dreht sich gemeinsam mit der Körperrotation zur Seite.

Dabei bleibt die Kopfposition möglichst nah an der Wasseroberfläche.

Typischer Fehler: Der vordere Arm fällt beim Atmen ab

Viele Schwimmer konzentrieren sich beim Atmen so stark auf den Kopf, dass der vordere Arm gleichzeitig nach unten absinkt.

Dadurch verändert sich der gesamte Zyklus:

1. der vordere Arm verliert seine Position 2. der Catch beginnt zu früh 3. die Körperbalance verändert sich 4. der nächste Arm kommt verspätet nach vorne 5. der Rhythmus wird unruhiger

Die Atmung sollte deshalb in den Armzyklus integriert werden und ihn nicht unterbrechen.

Die Hände wechseln im vorderen Bereich

Bei unserer Front Quadrant Betrachtung ist besonders wichtig, wo der Wechsel zwischen beiden Armen stattfindet.

Die Arme passieren beziehungsweise wechseln sich im Bereich der vorderen Quadranten 1 und 2.

Das bedeutet nicht, dass die Hände übereinander liegen müssen.

Die beiden Arme bleiben seitlich ihrer jeweiligen Schulterlinie geführt.

Der Begriff beschreibt Timing und Position im Zyklus, kein Cross Over.

Das sollte man klar trennen:

Front Quadrant

Der Wechsel zwischen den beiden Armbewegungen findet vorne statt.

Cross Over

Die Hand überschreitet beim Eintauchen beziehungsweise in der Vorwärtsführung die Körperlängsachse.

Das eine ist eine Koordinationsstrategie.

Das andere ist ein Technikfehler.

Zugfrequenz verändert den Armzyklus

Ein Armzyklus ist nicht bei jeder Geschwindigkeit gleich.

Steigt das Schwimmtempo, verändern sich typischerweise:

* Zugfrequenz * Dauer der einzelnen Phasen * Länge möglicher Gleitphasen * Armkoordination * Rotationstiming

Ein Schwimmer kann deshalb bei lockerem Dauerschwimmen einen stärker Front Quadrant beziehungsweise Catch up geprägten Rhythmus zeigen und bei höherem Tempo zunehmend in Richtung Opposition gehen.

Bei sehr hoher Geschwindigkeit kann sogar eine teilweise Überlappung der Vortriebsphasen sinnvoll werden.

Das ist ein Grund, warum es problematisch ist, einen einzigen Armzyklus als universelles Idealbild zu definieren.

Zuglänge und Frequenz müssen zusammenpassen

Eine möglichst lange Zuglänge klingt zunächst effizient.

Zu langes Warten vorne kann aber genau das Gegenteil bewirken.

Wenn der Schwimmer seine Zuglänge künstlich verlängert, indem er den Arm vorne liegen lässt, entsteht eine größere Vortriebslücke.

Das Schwimmtempo fällt innerhalb jedes Zyklus stärker ab und muss anschließend erneut aufgebaut werden.

Umgekehrt bedeutet eine hohe Zugfrequenz nicht automatisch gutes Schwimmen.

Entscheidend ist ein passendes Verhältnis aus:

Zuglänge + Zugfrequenz + Armkoordination + Wasserlage

Typische Fehler im Armzyklus

Typische Fehler im Armzyklus beim Kraulschwimmen mit zu langer Pause, gestörtem Timing, zu viel Rotation und fehlerhafter Atmung

Zu lange Pause vorne

Der vordere Arm wartet deutlich länger als für das gewählte Tempo notwendig.

Es entsteht eine ausgeprägte Vortriebslücke.

Folge: Geschwindigkeit fällt innerhalb des Zyklus stärker ab.

Korrektur: Den Catch passend zum zurückkehrenden Arm einleiten.

Das Timing der Arme läuft auseinander

Nicht jede Asymmetrie ist automatisch problematisch.

Auffällig wird es, wenn ein Arm dauerhaft deutlich anders koordiniert wird als der andere und dadurch Rhythmus oder Wasserlage leiden.

Ursachen können beispielsweise sein:

* einseitige Atmung * unterschiedliche Schulterbeweglichkeit * verzögerter Catch * unterschiedliche Kraftentwicklung * fehlerhafte Rotation

Die Lösung besteht nicht darin, beide Arme optisch zwanghaft identisch zu machen. Entscheidend ist ein funktionierender Gesamtzyklus.

Zu viel Rotation

Der Körper kippt stark auf die Seite.

Dadurch kann der zurückkehrende Arm über die Körperlängsachse geführt werden.

Folge: Cross Over, seitliche Bewegung und zusätzliche Widerstände.

Korrektur: Rotation über Rumpf und Schulter kontrollieren und mit dem Armwechsel abstimmen. Arme greifen Schulterbreit nach vorne, Längsachse wird nicht überschritten.

Die Atmung unterbricht den Zyklus

Der Kopf wird angehoben, der vordere Arm fällt ab und der nächste Catch startet zu früh.

Folge: Wasserlage und Timing brechen auseinander.

Korrektur: Kopf mit der Körperrotation drehen und den vorderen Arm kontrolliert führen.

Was ist die richtige Armkoordination?

Diese Frage lässt sich nicht mit einer einzigen Position beantworten.

Für einen Schwimmer kann bei moderatem Tempo eine Front Quadrant orientierte Koordination sehr effizient funktionieren.

Bei höherer Geschwindigkeit kann derselbe Schwimmer sein Timing verändern.

Entscheidend sind unter anderem:

* Schwimmgeschwindigkeit * Wettkampfdistanz * Zugfrequenz * Zuglänge * Beweglichkeit * Kraft * Atmung * individuelle Wasserlage

Eine gute Technik muss deshalb nicht nur auf einem Standbild korrekt aussehen.

Sie muss über viele Zyklen stabil funktionieren.

Was bedeutet das für Triathleten?

Gerade im Triathlon spielt die Armkoordination eine große Rolle.

Im Freiwasser kommen weitere Faktoren hinzu:

* Wellen * wechselnde Wasserbedingungen * Orientierung * Wasserschatten * Körperkontakt * Neoprenanzug * höhere oder wechselnde Zugfrequenzen

Eine ausgeprägte lange Gleitphase kann bei ruhigem Beckenwasser funktionieren, in unruhigem Freiwasser aber Geschwindigkeit kosten.

Umgekehrt sollte die Frequenz nicht einfach erhöht werden, wenn Catch und Wasserlage darunter leiden.

Für Triathleten ist deshalb besonders wichtig, mehrere Geschwindigkeiten und unterschiedliche Rhythmussituationen zu beherrschen.

Übungen für einen besseren Armzyklus

Front Quadrant Kraulen

Der Fokus liegt darauf, dass sich während des Armwechsels immer ein Arm im vorderen Bereich befindet.

Ziel: Timing zwischen beiden Armen wahrnehmen.

Nicht künstlich lange warten.

Abschlagkraulen

Die Hände wechseln bewusst stark verzögert.

Ziel: Position vorne und bewusste Armführung.

Wichtig: Abschlag ist eine Technikübung, kein zwingendes Zielbild für normales Kraulen.

Einarmig mit Gegenarm vorne

Ein Arm führt den Zyklus aus, während der andere vorne bleibt.

Ziel: Verbindung zwischen Unterwasserphase, Rotation und Wasserlage spüren.

Wechsel zwischen Frequenzen

Beispielsweise:

25 Meter ruhig 25 Meter mittlere Frequenz 25 Meter zügig

Dabei nicht nur auf Geschwindigkeit achten.

Beobachtet werden:

* Wann beginnt der nächste Catch? * Bleibt die Wasserlage stabil? * Verändert sich die Rotation? * Wie stark verändert sich die Front Quadrant Phase?

Damit lernen Schwimmer, dass Armkoordination geschwindigkeitsabhängig ist.

Was ist der Unterschied zwischen Armzug und Armzyklus?

Der Armzug beschreibt die Bewegung eines einzelnen Arms. Der Armzyklus betrachtet das zeitliche Zusammenspiel von rechtem und linkem Arm.

Was bedeutet Front Quadrant Technik?

Bei der Front Quadrant Technik befindet sich idealerweise immer mindestens ein Arm im vorderen Bereich des Körpers. Der Armwechsel findet in den vorderen Quadranten 1 und 2 statt.

Ist Front Quadrant dasselbe wie Abschlag?

Nein. Beim Abschlag wird der Armwechsel bewusst stark verzögert. Front Quadrant beschreibt dagegen die Position und Koordination der Arme im normalen Zyklus. Eine lange Pause ist nicht zwingend erforderlich.

Was bedeutet Catch up?

Bei einer Catch up Koordination besteht eine zeitliche Lücke zwischen den Vortriebsphasen beider Arme.

Was bedeutet Opposition beim Schwimmen?

Die Vortriebsphase des einen Arms beginnt ungefähr dann, wenn die des anderen Arms endet.

Was bedeutet Superposition?

Die Vortriebsphasen beider Arme überlappen sich teilweise.

Wie viel Rotation ist beim Kraulen richtig?

Es gibt keinen festen Winkel für jeden Schwimmer. Die Rotation muss Armzug, Rückholung und Wasserlage unterstützen. Übermäßige Rotation kann seitliche Bewegungen und Cross Over begünstigen.

Warum verändert sich der Armzyklus beim Atmen?

Beim Atmen verändert sich die Körperrotation. Wird der Kopf zu stark angehoben oder der vordere Arm zu früh abgesenkt, verschiebt sich dadurch das Timing zwischen beiden Armen.

Der Armzyklus verbindet die gesamte Kraulbewegung

Ein technisch guter Kraulstil entsteht nicht durch zwei perfekte Armzüge, die unabhängig voneinander ausgeführt werden.

Entscheidend ist ihre Verbindung.

Ein Arm erzeugt Vortrieb, während der andere bereits den nächsten Abschnitt vorbereitet. Der Wechsel findet kontrolliert im vorderen Bereich statt. Gleichzeitig werden Rotation, Wasserlage und Atmung in diesen Rhythmus integriert.

Die Front Quadrant Technik ist dabei eine Möglichkeit, die Koordination verständlich zu machen.

Sie zeigt vor allem eines:

Beim Kraulschwimmen arbeitet nie nur ein Arm. Beide Arme bilden gemeinsam einen kontinuierlichen Zyklus.

Wer diesen Zusammenhang versteht, kann nicht nur den einzelnen Armzug verbessern, sondern den gesamten Kraulstil ruhiger, stabiler und effizienter gestalten.

Armzyklus und Kraultechnik individuell analysieren

In unseren Einzelstunden betrachten wir deshalb nicht nur Catch oder Zugphase isoliert.

Wir analysieren:

Armwechsel, Front Quadrant Position, Catch Timing, Zugfrequenz, Rotation, Atmung und Wasserlage.

So können wir erkennen, ob tatsächlich ein Problem im einzelnen Armzug besteht oder ob die Ursache im Zusammenspiel beider Arme liegt.