Ratgeber · Schwimmen für Kinder

Welche Schwimmhilfen eignen sich zum Schwimmenlernen?

Schwimmflügel, Beckengurt, Schwimmkissen, Schwimmweste oder Schwimmnudel: Die Auswahl ist groß. Für Eltern ist dabei nicht immer erkennbar, welche Hilfe zum Planschen gedacht ist und welche sich für die Übungen im Schwimmkurs eignet.

Beim Schwimmenlernen schauen wir vor allem darauf, wie sich ein Kind mit der jeweiligen Hilfe bewegt. Kann es die Arme gut einsetzen? Welche Wasserlage nimmt es ein? Und lässt sich die Unterstützung an seinen Lernstand anpassen?

Bei Stamina Sports nutzen wir in den Kinderkursen Beckengurte oder Schlori-Schwimmkissen. Warum wir diese bevorzugen und wo die Unterschiede liegen, erklären wir hier.

Grüner Beckengurt mit Schaumstoffelementen und weiße Schlori-Schwimmkissen auf einer Bank am Schwimmbecken
Beckengurt und Schlori-Schwimmkissen. KI-generiertes Symbolbild auf Basis der Produktvorlagen.

Ein Beckengurt lässt die Arme frei

Ein Beckengurt, auch Schwimmgürtel genannt, wird um den Rumpf getragen. Auftriebselemente aus Schaumstoff unterstützen das Kind im Wasser. Die Arme bleiben frei, sodass der Trainer die Armbewegung beobachten und korrigieren kann.

Bei entsprechend aufgebauten Modellen lässt sich die Unterstützung durch herausnehmbare Elemente verändern. Das ist für den Unterricht praktisch: Der Auftrieb kann passend zur Übung und zum Lernfortschritt angepasst werden.

Der Gurt muss allerdings richtig sitzen. Ein zu locker angelegter Gürtel kann verrutschen. Achte deshalb auf die Größen- und Gewichtsangaben sowie die Gebrauchsanweisung des Herstellers.

Den bei uns angebotenen Beckengurt findest du bei Strovia.

Schlori-Schwimmkissen lassen sich im Auftrieb anpassen

Schlori bestehen aus zwei luftgefüllten Stoffkissen, die mit einem Band am Körper befestigt werden. Je nach Übung und Lernstand wird die passende Position gewählt.

Für uns ist besonders hilfreich, dass sich die Luftmenge regulieren lässt. So können wir die Unterstützung im Unterricht schrittweise verändern, während das Kind weiter an Wasserlage und Bewegungen arbeitet.

Die Handhabung unterscheidet sich von aufblasbaren Schwimmflügeln: Die Kissen werden nach Herstelleranleitung nass gemacht und durch den Stoff aufgeblasen. Lass dir das Anlegen und die Vorbereitung zeigen, wenn du Schlori zum ersten Mal verwendest.

Auch die Schlori-Schwimmkissen bekommst du bei Strovia.

Warum wir im Kurs keine klassischen Schwimmflügel verwenden

Schwimmflügel sitzen an den Oberarmen. Je nach Größe und Form können sie die Armbewegung beeinflussen. Für unsere Übungen bevorzugen wir deshalb Hilfen, mit denen wir Bewegungsfreiheit und Unterstützung gezielt abstimmen können.

Das bedeutet nicht, dass jedes Kind, das bisher Schwimmflügel getragen hat, falsch vorbereitet wurde. Für den Schwimmkurs kann trotzdem eine andere Hilfe sinnvoll sein.

Wenn dein Kind bereits Schwimmflügel besitzt, kläre vor dem ersten Termin mit uns, welche Ausstattung es für den Unterricht braucht. So musst du nicht erst am Beckenrand feststellen, dass die mitgebrachte Hilfe nicht zum Kurs passt.

Schwimmwesten: Auf die Bauart kommt es an

Schwimmwesten lassen die Arme frei und werden am Oberkörper getragen. Wie gut ein Kind damit Schwimmbewegungen üben kann, hängt vom jeweiligen Modell, seiner Passform und der Verteilung des Auftriebs ab.

Bei manchen Schwimmlernwesten lassen sich Auftriebselemente herausnehmen. Bei anderen ist der Auftrieb fest vorgegeben. Ob und wie eine Anpassung möglich ist, steht in der Gebrauchsanweisung des jeweiligen Produkts.

Eine Schwimmlernweste ist keine Rettungsweste. Die Bezeichnung „Schwimmweste“ allein sagt noch nicht, für welchen Einsatz ein Produkt geeignet ist. Beachte deshalb die Herstellerangaben.

Für unsere Kinderkurse bleiben Beckengurt oder Schlori-Schwimmkissen die vorgesehene Ausstattung. Wenn du bereits eine Schwimmweste besitzt, sprich vor dem Kurs mit uns, ob sie für die geplanten Übungen geeignet ist.

Auch mit einer Schwimmlernweste braucht dein Kind durchgehende Aufsicht. Bei Nichtschwimmern bleibst du in Armreichweite.

Eine Schwimmnudel ist ein Übungsgerät

Eine Schwimmnudel lässt sich vielseitig einsetzen, etwa bei angeleiteten Übungen zur Wasserlage oder zur Bewegung im Wasser.

Sie ist jedoch keine am Körper befestigte Schwimmhilfe. Ein Kind kann den Halt verlieren oder von ihr abrutschen. Deshalb ist sie für uns ein zusätzliches Übungsgerät und kein Ersatz für die benötigte Kursausstattung.

Welche Aufgabe mit einer Schwimmnudel sinnvoll ist, hängt vom Können des Kindes und der Begleitung ab. Einfach eine Nudel unter die Arme zu legen und das Kind damit alleine üben zu lassen, reicht nicht aus.

Welche Hilfe ist für mein Kind die richtige?

Für unsere Kurse kommen Beckengurt und Schlori infrage. Welche Variante bei deinem Kind gut funktioniert, lässt sich beim Anlegen und bei den ersten Übungen beurteilen.

Dabei schauen wir unter anderem auf:

  • Den passenden Sitz
  • Die Bewegungsfreiheit von Armen und Beinen
  • Die Wasserlage bei der jeweiligen Aufgabe
  • Die benötigte Unterstützung
  • Den sicheren Umgang mit der Hilfe

Ein auffälliges Motiv oder eine bestimmte Farbe entscheidet nicht darüber, wie gut eine Schwimmhilfe zum Unterricht passt. Wichtig sind die Eignung für dein Kind, die Herstellerangaben und die richtige Anwendung.

Wenn du bereits etwas gekauft hast, frag uns vorab. Die Kursinformationen findest du bei unseren Schwimmkursen für Kinder im Badria Wasserburg.

Wann wird der Auftrieb reduziert?

Dafür gibt es keinen festen Termin. Wir nehmen einem Kind nicht nach einer bestimmten Zahl an Kursstunden einfach die Unterstützung weg.

Im Unterricht beobachten wir, wie es die jeweilige Aufgabe bewältigt. Anschließend entscheiden wir, ob weniger Auftrieb sinnvoll ist oder ob es die bisherige Unterstützung noch braucht.

Bitte entferne beim zusätzlichen Üben nicht auf eigene Faust Elemente und lass nicht einfach Luft ab, weil eine Strecke einmal gut geklappt hat. Besprich Veränderungen mit dem Trainer und beachte die Herstelleranleitung.

Weniger Auftrieb verändert die Aufgabe. Dein Kind sollte wissen, was passiert, und passend begleitet werden.

Schwimmhilfen ersetzen keine Aufsicht

Die hier beschriebenen Schwimmlernhilfen ersetzen weder Schwimmfähigkeit noch eine geeignete Rettungsweste. Auch mit Schwimmhilfe müssen Kinder durchgehend und aufmerksam beaufsichtigt werden. Bei Nichtschwimmern bleibst du in Armreichweite.

Das gilt auch im flachen Wasser und wenn eine Badeaufsicht vorhanden ist.

Prüfe die Hilfe vor der Verwendung auf Beschädigungen, kontrolliere den Verschluss und halte die Größen- und Gewichtsgrenzen ein. Weitere Hinweise findest du in den Sicherheitstipps der DLRG.

Wir zeigen dir die richtige Handhabung

Du musst vor der ersten Stunde nicht selbst beurteilen können, wie viel Unterstützung dein Kind braucht. Bring die passende Ausstattung mit und sprich uns an, wenn du beim Anlegen unsicher bist.

Im Einzelunterricht für Kinder können wir ebenfalls schauen, welche Hilfe zur aktuellen Aufgabe passt und wie du dein Kind beim gemeinsamen Üben begleiten kannst.

Unser Ziel ist, dass dein Kind seine Fähigkeiten nach und nach auch ohne Schwimmhilfe entwickelt. Bis dahin setzen wir die Unterstützung so ein, dass sie zum nächsten Lernschritt passt.

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