Ratgeber · Schwimmen für Kinder

Schwimmen üben mit Kindern: Wie Eltern sinnvoll unterstützen

Dein Kind besucht einen Schwimmkurs, und du möchtest zwischendurch mit ihm ins Schwimmbad gehen. Aber was sollt ihr dort üben? Die Bewegungen aus dem Kurs wiederholen? Einfach spielen? Oder lieber nichts vormachen, damit dein Kind keine falsche Technik lernt?

Du musst dafür nicht selbst Schwimmtrainer werden. Gemeinsam Zeit im Wasser zu verbringen ist bereits wertvoll. Wenn ihr zusätzlich etwas üben möchtet, helfen eine kurze Absprache mit dem Trainer und ein überschaubares Ziel.

Mutter begleitet ihr Kind aufmerksam beim Üben einer Schwimmbewegung im flachen Schwimmbecken
Gemeinsam üben, aufmerksam begleiten und Zeit im Wasser genießen. KI-generiertes Symbolbild.

Frag zuerst, was gerade zum Lernstand passt

Was von außen einfach aussieht, kann im Unterricht einen bestimmten Zweck haben. Vielleicht übt dein Kind gerade die Wasserlage, obwohl die Armbewegung noch ungewohnt wirkt. Vielleicht wird eine Bewegung bewusst einzeln geübt, bevor mehrere Dinge zusammenkommen.

Frag den Trainer deshalb konkret: „Wir gehen am Wochenende schwimmen. Was können wir sinnvoll wiederholen, und worauf sollen wir dabei achten?“

Lass dir die Übung zeigen, wenn du sie nicht genau verstanden hast. Dazu gehört auch, welche Hilfe dein Kind braucht und wann ihr aufhören solltet. Eine passende Aufgabe ist hilfreicher als eine ganze Liste aus dem Internet.

In unseren Schwimmkursen für Kinder im Badria Wasserburg bauen die Übungen auf dem jeweiligen Lernstand auf. Zusätzliche Übungszeit sollte dazu passen.

Wiederholt Bekanntes, statt immer etwas Neues anzufangen

Dein Kind muss beim gemeinsamen Schwimmbadbesuch nicht die nächste Kursstufe vorwegnehmen. Sinnvoller ist es, eine bekannte Aufgabe noch einmal auszuprobieren.

Je nach Lernstand kann das eine vertraute Wassergewöhnungsübung, ein bereits angeleitetes Gleiten oder eine kurze Schwimmstrecke sein. Welche Aufgabe geeignet ist, klärt ihr mit dem Trainer.

Hat dein Kind im Kurs gerade etwas Neues gelernt, kann es dir auch erzählen oder zeigen, wie die Übung dort erklärt wurde. Das ist kein Test. Wenn es sich nicht mehr genau erinnert, fragt beim nächsten Termin nach.

Eine Übung ohne Schwimmhilfe ist beispielsweise nicht automatisch besser als dieselbe Aufgabe mit Unterstützung. Verändere Hilfen oder Schwierigkeitsgrad nicht allein deshalb, weil etwas ein paarmal funktioniert hat.

Der ganze Schwimmbadbesuch muss keine Übungsstunde sein

Plant neben dem Üben auch Zeit zum gemeinsamen Spielen ein. Ihr könnt eine bekannte Aufgabe ein paarmal ausprobieren und danach etwas anderes machen.

Eine feste Zahl an Wiederholungen braucht ihr dafür nicht. Schau auf dein Kind: Ist es noch aufmerksam und gerne dabei? Oder wird es müde, friert und verliert zunehmend die Lust?

Dann ist eine Pause oder das Ende des Besuchs sinnvoller als der nächste Versuch. Auch ein kurzer Schwimmbadbesuch darf ein gelungener Nachmittag sein.

Dein Kind muss beim zusätzlichen Üben weder eine bestimmte Strecke schaffen noch etwas für die nächste Prüfung beweisen.

Ein Hinweis reicht oft aus

„Arme nach vorne, Beine schließen, Kopf runter, langsamer!“ Wenn mehrere Anweisungen gleichzeitig kommen, weiß dein Kind womöglich nicht, womit es anfangen soll.

Bleib bei dem Hinweis, den ihr mit dem Trainer besprochen habt. Gib deinem Kind anschließend Gelegenheit, ihn auszuprobieren. Du musst nicht jede Bewegung kommentieren.

Rückmeldungen dürfen konkret sein: „Diesmal hast du die Arme länger gestreckt gehalten.“ Damit kann dein Kind mehr anfangen als mit einem allgemeinen „Mach es richtig“.

Und wenn du selbst nicht sicher bist, ob die Bewegung stimmt? Lass neue Technikkorrekturen lieber für die nächste Kursstunde. Beschreibe dem Trainer, was dir aufgefallen ist, statt mehrere Erklärungen auszuprobieren.

Verzichte auf Vergleiche und kleine Prüfungen

Vielleicht schwimmt ein Geschwisterkind schon ohne Hilfe oder ein Freund hat bereits sein Seepferdchen. Beim gemeinsamen Üben muss das keine Rolle spielen.

Schau auf die Entwicklung deines Kindes. Eine Bewegung, die sich heute etwas ruhiger anfühlt, ist ebenso eine Beobachtung wie eine längere Strecke.

Vermeide auch Überraschungen wie „Jetzt lasse ich dich einfach mal los“. Dein Kind sollte wissen, welche Unterstützung es bekommt und was ihr vorhabt. Zwinge es nicht zum Untertauchen oder zu einer Aufgabe, vor der es Angst hat.

Wenn Unsicherheit das gemeinsame Üben bestimmt, findest du weitere Hinweise im Beitrag „Mein Kind hat Angst vor Wasser: Was können Eltern tun?“.

Beim Üben bleibt die Aufsicht bei dir

Wähle einen Bereich, der zum Können deines Kindes passt und in dem du es zuverlässig begleiten kannst. Beachte dabei die Regeln des Schwimmbads. Ausläufe von Rutschen und Bereiche unter Sprunganlagen sind keine Übungsplätze.

  • Beaufsichtige dein Kind durchgehend und aufmerksam, auch im flachen Wasser.
  • Kann es noch nicht sicher schwimmen, bleibe unmittelbar bei ihm. Nichtschwimmer müssen in Armreichweite sein.
  • Schwimmhilfen ersetzen weder Schwimmfähigkeit noch deine Aufsicht.
  • Lass dich während der Aufsicht nicht vom Handy ablenken.
  • Wenn mehrere Erwachsene dabei sind, sprecht ausdrücklich ab, wer gerade auf das Kind achtet.

Das gilt auch dann, wenn eine Badeaufsicht im Schwimmbad vorhanden ist. Ein bestandenes Seepferdchen ist ebenfalls kein Grund, die Aufsicht wegzulassen.

Weitere Hinweise findest du bei den Sicherheitstipps der DLRG.

Wenn eine Übung immer wieder Schwierigkeiten macht

Du musst eine schwierige Bewegung nicht selbst lösen. Wenn ihr bei derselben Aufgabe festhängt, sprich beim nächsten Kurstermin darüber.

Hilfreich ist eine konkrete Beschreibung: Was habt ihr versucht? Welche Unterstützung hatte dein Kind? An welcher Stelle wurde es schwierig? Dann kann der Trainer im Unterricht genauer darauf achten.

Für ein Thema, das mehr persönliche Anleitung braucht, kann auch eine ergänzende Einzelstunde für Kinder sinnvoll sein. Ob das nötig ist, klären wir gemeinsam.

Für euren nächsten Schwimmbadbesuch reicht also ein einfacher Plan: Eine passende Übung mit dem Trainer absprechen, aufmerksam begleiten und genug Raum zum Spielen lassen. Du bringst Zeit und Geduld mit. Die fachliche Anleitung übernehmen wir.

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