Ratgeber · Schwimmen für Kinder

Wassergewöhnung: 5 spielerische Übungen für Eltern und Kinder

Dein Kind geht gerne ins Schwimmbad, möchte aber kein Wasser im Gesicht? Oder es planscht begeistert, hält sich beim Schweben aber noch fest an dir? Dann könnt ihr genau dort anfangen.

Die folgenden Übungen lassen sich bei einem gemeinsamen Schwimmbadbesuch ausprobieren. Ihr braucht dafür keinen festen Trainingsplan und müsst auch nicht alle Aufgaben an einem Tag schaffen. Such dir etwas aus, das dein Kind neugierig macht.

Warum diese Erfahrungen vor dem eigentlichen Schwimmenlernen wichtig sind, erklären wir im Beitrag „Warum Wassergewöhnung vor dem Schwimmenlernen so wichtig ist“. Hier geht es um das praktische Ausprobieren.

Mutter und Kind blubbern gemeinsam an der Wasseroberfläche im flachen Schwimmbecken
Gemeinsam ausprobieren, ohne Eile und ohne Wettbewerb. KI-generiertes Symbolbild.

Bevor ihr anfangt

Wählt einen ruhigen, flachen Bereich, in dem dein Kind und du sicher stehen können. Du bleibst unmittelbar bei ihm und beaufsichtigst es durchgehend. Nichtschwimmer müssen in Armreichweite sein. Das gilt auch mit Schwimmhilfe und bei vorhandener Badeaufsicht.

Dein Kind entscheidet, ob es eine Aufgabe ausprobieren möchte. Kündige an, was du machst, und ändere deine Unterstützung nicht überraschend. Ein Nein ist ein Grund, die Aufgabe anzupassen oder etwas anderes zu machen.

  • Kein erzwungenes Untertauchen.
  • Keine Wettbewerbe im Luftanhalten oder langen Tauchen.
  • Kein mehrfaches schnelles oder besonders tiefes Atmen vor dem Eintauchen.
  • Pausieren oder aufhören, wenn dein Kind friert, müde wird oder sich unwohl fühlt.
  • Die Regeln und geeigneten Übungsbereiche des Schwimmbads beachten.

Bei Übungen mit körperlicher Unterstützung lässt du dir die passenden Handgriffe vorher vom Schwimmtrainer zeigen. Ein Text ersetzt diese Anleitung nicht.

Übung 1

Kleine Regentropfen

So geht es: Dein Kind benetzt seine Hände und lässt einzelne Tropfen auf die eigenen Schultern oder Wangen fallen. Mach es bei dir vor. Dein Kind bestimmt selbst, wo das Wasser landet.

Das übt ihr: Wasser auf der Haut und im Gesicht kennenlernen, ohne von einem Spritzer überrascht zu werden.

Vielleicht bleiben die Tropfen zunächst auf den Armen. Das ist ein möglicher Anfang. Gieße deinem Kind nicht plötzlich Wasser über den Kopf, um die Aufgabe zu steigern.

Übung 2

Blubberblasen machen

So geht es: Pustet zunächst über die Wasseroberfläche. Wenn dein Kind möchte, berührt es mit den Lippen das Wasser und atmet sanft aus. Zum Einatmen hebt es den Mund wieder vollständig aus dem Wasser.

Das übt ihr: Bewusst ins Wasser ausatmen.

Mach die Bewegung langsam vor. Es geht weder um besonders große Blasen noch darum, möglichst lange zu blubbern. Dein Kind darf zwischendurch ganz normal über Wasser atmen.

Übung 3

Das Gesicht kurz eintauchen

So geht es: Wenn das Blubbern vertraut ist, kann dein Kind freiwillig etwas weiter eintauchen. Es atmet über Wasser ein, taucht das Gesicht kurz ein und kommt selbst wieder hoch. Du bleibst direkt daneben.

Das übt ihr: Den Kontakt von Wasser mit dem Gesicht bewusst zulassen.

Ihr müsst daraus kein vollständiges Abtauchen machen. Auch ein kurzer Versuch zählt. Drücke den Kopf nicht nach unten und halte dein Kind nicht unter Wasser. Wenn es die Aufgabe unangenehm findet, geht zurück zu einer vertrauten Übung.

Übung 4

Wasser schieben

So geht es: Bewegt im sicheren Stand die Hände langsam durch das Wasser. Probiert es mit gespreizten und geschlossenen Fingern aus. Wie fühlt sich die Bewegung jeweils an?

Das übt ihr: Den Widerstand des Wassers wahrnehmen und unterschiedliche Handstellungen ausprobieren.

Lass dein Kind erzählen, was es spürt. Hier gibt es keine perfekte Schwimmbewegung vorzuführen. Die Aufgabe ist eine Entdeckung, noch kein Techniktraining für den Armzug.

Übung 5

Als Seestern auf dem Wasser liegen

So geht es: Lass dir die Unterstützung in Rückenlage vorher vom Trainer zeigen. Dein Kind legt sich mit deiner Hilfe zurück, schaut nach oben und breitet Arme und Beine aus. Du hältst es zuverlässig. Mund und Nase bleiben über Wasser.

Das übt ihr: Mit Unterstützung erleben, wie sich Schweben anfühlt.

Sprich vorher darüber, dass die Ohren dabei ins Wasser kommen können. Lass dein Kind nicht unangekündigt los. Wenn es sich aufrichten möchte, hilfst du ihm zurück in den sicheren Stand.

Gleiten ist ein möglicher späterer Schritt. Wiederholt es gemeinsam erst dann, wenn der Trainer die Übung und die erforderliche Unterstützung mit euch besprochen und gezeigt hat.

Was, wenn eine Übung noch nicht klappt?

Dann bleibt ihr bei einer einfacheren Variante. Ein Kind kann beispielsweise gerne mit den Händen Wasser bewegen, aber beim Gesicht-Eintauchen noch zögern. Ihr müsst die Liste nicht der Reihe nach abarbeiten.

Frag lieber „Möchtest du es noch einmal probieren?“ statt „Warum klappt das bei dir noch nicht?“. Wenn die Lust nachlässt, wechselt zum gemeinsamen Spielen oder macht eine Pause.

Bei deutlicher Unsicherheit findest du zusätzliche Hinweise in unserem Beitrag „Mein Kind hat Angst vor Wasser: Was können Eltern tun?“.

Eine vertraute Übung gerne zu wiederholen ist sinnvoller, als die nächste Aufgabe mit Überreden durchzusetzen.

Wassergewöhnung gehört auch zum Schwimmkurs

Dein Kind muss diese Übungen vor der ersten Kursstunde nicht beherrschen. Wassergewöhnung ist Teil unserer Schwimmkurse für Kinder im Badria Wasserburg. Wir schauen auf die vorhandenen Erfahrungen und bauen darauf auf.

Wenn dein Kind bereits einen Kurs besucht, frag uns, welche Aufgabe ihr beim nächsten Schwimmbadbesuch wiederholen könnt. So passen die gemeinsamen Übungen zum Unterricht.

Braucht dein Kind mehr persönliche Begleitung, können wir im Einzelunterricht für Kinder gezielt an den nächsten Schritten arbeiten. Dort lassen sich auch unterstützende Handgriffe zeigen und besprechen.

Für euren gemeinsamen Besuch reicht zunächst eine Aufgabe, auf die dein Kind Lust hat. Bleib nah bei ihm, lass ihm Zeit und freue dich mit ihm, wenn etwas Neues gelingt.

Weitere Informationen: Wassergewöhnung bei der DLRG und Sicherheitstipps für Eltern.

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