Ratgeber · Schwimmen für Kinder
Der erste Schwimmkurs: So bereitest du dein Kind vor
Die Schwimmtasche ist gepackt, der Kurs gebucht. Und plötzlich möchte dein Kind doch lieber nicht hin. Oder es fragt schon seit Tagen, wann es endlich losgeht. Beides kann passieren.
Für Kinder ist der erste Schwimmkurs mehr als eine Stunde im Wasser: ein fremder Trainer, andere Kinder, eine laute Schwimmhalle und ein Ablauf, den sie noch nicht kennen. Du kannst vieles einfacher machen, ohne vorher mit deinem Kind ein Trainingsprogramm abzuarbeiten.

Erkläre deinem Kind, was es erwartet
Sprich vor dem ersten Termin kurz darüber, was ihr vorhabt. Dafür braucht es keine große Ankündigung. Zum Beispiel:
„Wir gehen zusammen ins Schwimmbad. Dort lernst du deinen Schwimmtrainer kennen. Er zeigt dir Übungen, und du probierst sie mit den anderen Kindern aus.“
Vermeide Versprechen wie „Danach kannst du schwimmen“ oder „Du bekommst ganz schnell dein Seepferdchen“. Damit wird aus einer neuen Erfahrung leicht eine Aufgabe, die dein Kind unbedingt schaffen soll.
Auch ein vorsorgliches „Du brauchst wirklich keine Angst zu haben“ ist nicht immer hilfreich. Vielleicht hatte dein Kind bis dahin gar nicht daran gedacht, dass es etwas zum Fürchten geben könnte. Lass es lieber selbst erzählen, worauf es sich freut oder was es wissen möchte.
Ein gemeinsamer Schwimmbadbesuch kann helfen
Wenn ihr die Möglichkeit habt, besucht das Bad schon einmal vor dem Kurs. Dann sind Umkleide, Duschen und Schwimmhalle am ersten Kurstag nicht mehr völlig neu.
Dabei muss dein Kind nichts vorführen. Gemeinsam ins Wasser gehen und sich umschauen reicht erst einmal. Es geht ums Kennenlernen, nicht um eine Generalprobe für den Schwimmkurs.
Dein Kind muss vor der ersten Stunde weder tauchen noch vom Beckenrand springen können. Wenn es Wasser im Gesicht noch unangenehm findet, sag uns das einfach. Solche Informationen helfen uns mehr als Übungen, zu denen es vorher überredet wurde.
Mehr zu den Grundlagen findest du in unserem Beitrag zur Wassergewöhnung vor dem Schwimmenlernen.
Was gehört in die Schwimmtasche?
Packt die Tasche möglichst gemeinsam. So weiß dein Kind, welche Sachen ihm gehören und wo es sie findet.
Für den ersten Termin sind sinnvoll:
- Gut sitzende Badehose oder Badeanzug
- Handtuch, gegebenenfalls zusätzlich ein Bademantel
- Badeschuhe für die Wege im Schwimmbad
- Trockene Kleidung und Unterwäsche für danach
- Eine Trinkflasche
- Die für den Kurs benötigte Schwimmhilfe
- Nach Möglichkeit eine passende Schwimmbrille

Für unsere Gruppenkurse benötigen die Kinder einen geeigneten Beckengurt oder Schlori-Schwimmkissen. Beide findest du in unserem Shop Strovia. Wenn du bereits eine andere Schwimmhilfe besitzt, kläre vorab mit uns, ob sie für den Unterricht passt.
Eine neue Schwimmbrille könnt ihr zu Hause kurz anprobieren. Sitzt sie bequem? Kann dein Kind sie mit etwas Hilfe aufsetzen? Das erspart Gefummel am Beckenrand. Für eine spätere Schwimmabzeichenprüfung gelten andere Vorgaben; dort darf bei uns keine Schwimmbrille getragen werden.
Die aktuellen Kursinformationen findest du bei unseren Schwimmkursen für Kinder im Badria Wasserburg.
Der Badeintritt für dein Kind ist nicht im Kurspreis enthalten.
Plane Zeit fürs Ankommen ein
Mit einem Kind zum ersten Mal durch eine unbekannte Umkleide zu kommen, dauert manchmal länger als gedacht. Eine Tür wird verwechselt, die Badehose steckt ganz unten in der Tasche, und vor dem Duschen muss noch einmal jemand zur Toilette.
Plant deshalb etwas Luft ein. Dein Kind sollte nicht schon gehetzt am Beckenrand ankommen.
Schau vorab noch einmal in die Buchungsinformationen: Stimmen Uhrzeit und Standort? Ist klar, wo ihr euch trefft? Falls nicht, frag lieber vorher nach.
Sag dem Trainer, was er wissen sollte
Ein kurzer Hinweis vor der Stunde genügt oft: Dein Kind ist noch nie ohne dich im Wasser gewesen, hatte eine unangenehme Erfahrung oder braucht etwas länger, um mit fremden Menschen warm zu werden.
Sprich dabei möglichst sachlich. „Wasser im Gesicht mag sie momentan nicht“ ist hilfreicher als „Sie ist unser kleiner Angsthase“. Dein Kind hört schließlich mit.
Bei Stamina Sports geht es am ersten Kurstag zunächst darum, die Umgebung, den Trainer und die Gruppe kennenzulernen. Daraus ergeben sich die nächsten Übungen. Nicht jedes Kind steigt mit denselben Voraussetzungen ein.
Zuschauen ist etwas anderes als mittrainieren
Wenn du den Unterricht beobachtest, lass die Anweisungen möglichst beim Trainer. Ein gut gemeintes „Beine zu!“ von der Seite kann verwirren, wenn dein Kind gerade auf etwas anderes achten soll.
Fragen und Beobachtungen kannst du anschließend mit uns besprechen. Während der Übung hilft es deinem Kind, wenn klar ist, auf wen es hören soll.
Und nach der Stunde? Frag lieber „Was habt ihr heute gemacht?“ als „Wie weit bist du geschwommen?“. Vielleicht erzählt dein Kind von einer Übung, vielleicht auch nur von einem anderen Kind aus der Gruppe. Beides gehört zum Ankommen dazu.
Wenn der erste Termin nicht wie geplant läuft
Vielleicht macht dein Kind sofort mit. Vielleicht schaut es zunächst viel zu und braucht länger, um sich auf die Übungen einzulassen. Aus einer einzigen Stunde lässt sich noch nicht ableiten, wie der gesamte Kurs laufen wird.
Sprich mit dem Trainer darüber, wie dein Kind die Situation erlebt hat. Gemeinsam lässt sich besser einschätzen, ob es vor allem Zeit zum Kennenlernen braucht oder ob eine andere Unterrichtsform sinnvoll wäre.
Für Kinder, bei denen Übungen und Lerntempo zunächst ganz individuell abgestimmt werden sollen, bieten wir auch Einzelunterricht für Kinder an. Dieser findet im Badria Wasserburg und während der Sommermonate an ausgewählten Seen statt.
Für den ersten Termin muss also nicht alles perfekt vorbereitet sein. Eine passende Ausstattung, etwas Zeit und ein kurzer Austausch mit dem Trainer reichen für einen guten Anfang. Den Schwimmunterricht übernehmen dann wir.



























